EMOP – European Month Of Photography

Das Eröffnungswochenende des European Month Of Photography ist vorbei und wir haben einige Ausstellungen besucht. Etwas unglücklich war die korrekte Wiedergabe der Öffnungszeiten am 3. Oktober, der zwar ein Montag, aber auch ein Feiertag war. Bei einigen Gallerien war nicht klar, ob sie nun auf oder geschlossen sind. Wir haben es dann einfach darauf ankommen lassen. Hier einige, nicht repräsentative Hinweise zu einzelnen Ausstellungen:

Alice Springs, Helmut Newton with Models, aus der Serie The MEP Show, 1997

Begonnen haben wir mit einer Führung in der Helmut Newton Stiftung (So. 16:00 Uhr). Zu sehen sind zum einen Bilder Helmut Newtons unter dem Schlagwort Yellow Press: Gerichtsreportagen und Inszenierte Fotoessays, eher unbekanntes, untypisches. Zum anderen Bilder seiner Frau June, alias Alice Springs. Portraits und Straßenfotografien aus Los Angeles der 1980er Jahre. Der dazu eingeladenen Fotograf Mart Engelen zeigt im June’s Room Schwarzweißbilder der zeitgenössischen Kulturszene.

Im zweiten Obergeschoß zeigt das Museum für Fotografie, im Gegensatz zur Newton Foundation betrieben von den Staatlichen Museen Berlin, eine eigene Ausstellung: Leaving Is Entering. Fotografien 1961 – 1968 des schwedischen Fotografen Bernhard Larsson. Der sich in seinen Fotos mit dem Leben östlich und westlich der Grenze bzw. Mauer Berlins beschäftigte. Larsson ist ein eher unbekannter aber nicht minder interessanter Fotograf der 1960er Jahre

Gordon Parks, Jeweled Cap, Malibu, California, 1958

Danach sind wir rüber ins C/O Berlin, um uns die eindrucksvollen Bilder Gordon Parks I AM YOU Selected Works 1942 – 1978 anzusehen. Hier hat uns die dramatische Spannbreite seiner Arbeit zwischen Modefotografie und Sozialreportage beeindruckt.

Berenice Abbott, Flatiron Building, 1938

Am darauffolgenden (schon erwähnten) Feiertag haben wir mit einer Ausstellung im Martin Gropius Bau begonnen: Berenice Abbott – Fotografien. Abbotts Bandbreite reicht von der Dokumentarfotografie (1930er Jahren in New York), über die Portraitfotografie (u.a. James Joyce, Jean Cocteau und Edward Hopper) bis zur Wissenschaftsfotografie. Eine Empfehlung am Rande: Unbedingt den Brief über ihre Reise nach Deutschland in den frühen 1920er Jahren lesen, man kann eine Stimmung erahnen, die damals zu spüren gewesen sein muß.

Peter Marron, Martinique, aus der Serie The Honeymoon, 1962

Nächstes Ziel war eine kleine Ausstellung in der aquabitArt Galerie: Die Flitterwochen – Peter Marron. Überraschende und schöne Farbbilder aus den 1960er Jahren, bei denen man nicht so recht weiß, ob es sich um echte Bilder einer Liebesgeschichte oder um ein sorgfältig inszeniertes Reisetagebuch handelt. Allemal sehenswert.

Max Plinckers, Two Kinds of Memory and Memory itself

Danach ging es dann in die Neue Schule der Fotografie, Leica Camera AG. Hier werden Bilder der zwölf Finalisten des Leica Oscar Barnack Award 2016 gezeigt. Dabei lag das Auswahlkriterium auf „eine treffsichere Beobachtungsgabe von bis zu zwölf Aufnahmen die Beziehung zwischen Menschen und Umwelt auf anschauliche Weise zum Ausdruck bringen“.

Zum Abschluß haben wir uns dann u.a. wieder zurück in die 1970er Jahre begeben. In der Akademie der Künste sind Bilder bzw. Foto- und Videoinstallationen des Käthe-Kollwitz-Preisträgers 2016, Edmund Kuppel zu sehen. Ein intensiver Einblick in die Konzeptfotografie der 1970er Jahre. Und eine frühe Form des „Selfie-Sticks“ lernt man dort auch kennen!

Edmund Kuppel, Am Ende des Tunnels – 10 Fahrten mit dem Zug, 2010–2016 Video-Film-Installation, Videoprojektor, Zugabteilfenster, zwei Reihen Kinositze

Last but not least möchte ich auf die Ausstellungseröffnung ZEHN am kommenden Freitagabend hinweisen. Gezeigt werden zehn aktuelle Abschlußarbeiten der Ostkreuzschule für Fotografie. Teilnehmer u.a. die mir bekannten Fotografen Marlen Gawrisch und Alexander Paul Brandes. 07.10., 19:00 Uhr im Kühlhaus Berlin, Luckenwalder Straße 3, 10963 Berlin. Die Ausstellung ist dann noch bis zum 18.10. zu sehen.

Alle weiteren Informationen wie Orte, Öffnungszeiten etc. auf der Seite: emop-berlin.eu