Pendler pauschal

ICE 1510, Berlin – Hamburg/Altona, 7. September 2013

Samstagnachmittag, 15:42 Uhr, ich sitze im ICE 1510 von Berlin nach Hamburg-Altona. Nach mehr als 13 Jahren Beschäftigung an meinem Wohnort an der Elbe, stecke ich jetzt schon seit einigen Monaten wieder im Pendlerdasein. Erneut, muß ich hinzufügen, denn das Pendeln ist für mich nicht neu.

Meine Tätigkeit in Hamburg habe ich als Pendler, damals aus Berlin kommend, begonnen. Aber Ende der 1990er Jahre waren die Zugverbindungen zwischen Berlin und Hamburg alles andere als zuverlässig. Ich erinnere mich, um ca. 5:00 Uhr morgens aufgestanden zu sein, um einigermaßen pünktlich in der Hamburger Redaktion um 11:00 Uhr anzukommen.

Konnte der Zug dann wegen eines Schadens nur mit gedrosselter Geschwindigkeit fahren, waren sowieso alle Zeitpläne über den Haufen geworfen. Das eigene Zimmer in der Hansestadt war aus dieser Sicht eine Notwendigkeit.

Schnell haben meine Frau und ich uns nach kurzer Pendelzeit entschieden, nach Hamburg zu ziehen. Durch die Trennung und die langen Fahrzeiten ging sehr viel Lebensqualität, gemeinsame Zeit verloren und uns wurde klar, dass dies kein dauerhafter Zustand sein konnte.

Dabei war uns das Pendeln auch damals schon nicht unbekannt. Mitte der 1990er Jahre war meine Frau in Kopenhagen berufstätig und wir pendelten wechselseitig zwischen Berlin und Kopenhagen. Wäre zu dieser Zeit nicht die Zugverbindung via Rostock/Warnemünde und dem dänischen Gedser eingestellt worden, hätten wir nicht so schnell über eine Umsiedelung nach Dänemark nachgedacht.

Aber die Situation beim Arbeitgeber in Kopenhagen und ein neues Angebot aus Berlin haben uns dann wieder in der Hauptstadt zusammengeführt, nicht ohne zahlreiche Erinnerungen an diese Zeit des Lebens in zwei Städten und zwei Ländern.

Das Pendeln zwischen Berlin und Hamburg ist heute wesentlich komfortabler als vor gut 13 Jahren. Mit einer möglichen Reisezeit von 1 h 42 Minuten zwischen den Hauptbahnhöfen ist es die schnellste Verbindung zwischen zwei deutschen Metropolen.

Die Zeit während der Fahrt werde ich nutzen, um auszuruhen, im Web zu surfen oder um zu arbeiten. Oder auch einfach nur um zu schreiben. Und so werde ich hier von Orten und Ereignissen aus oder zwischen den beiden Städten erzählen.

Viel Spass bei der Lektüre.

P.S.: Da es auf der Strecke zwischen Hamburg und Berlin noch nicht immer eine ICE-Wlan Verbindung von der Telekom gibt, werde ich mal den Tag: ICE-Wlan: on oder auch off anhängen, nur für diejenigen, die es interessiert.

One thought on “Pendler pauschal

  1. Willkommen im Land der verkorksten Zugverbindungen. Als täglicher Berufspendler kann ich das nicht nur ein Lied singen.

    Hamburg – Köln in 4h? Warum gibt es keinen flotten ICE auf dieser Strecke? Wieso hält ein ICE von Köln nach München in – Montabaur? Bonn/Siegburg? Milchkanne? Warum muss sich der Zug nach Frankfurt HBF quälen? Frankfurt Flughafen reicht, danach bitte anständigen Pendelverkehr. Wieso muss man in Mannheim umsteigen, wenn man nach Stuttgart will? Warum wird in Köln der Zug von Amsterdam nach Basel mit einem 2. Zugteil verbunden? Das geht bei jedem 3. Koppelversuch schief. Und der angehängte Zugteil ist komplett leer. Reservierungen für den Zug gibt’s aber nur in dem Teil, der von Amsterdam kommt. Der ist also überfüllt mit quaselnden Business-Hansels.

    Das Beispiel Frankreich zeigt, wie es anders geht. TGV geht grundsätzlich nur mit Reservierung. TGVs fahren fast immer non-stop. Paris-Marseille hält nicht in Beaune oder Macon oder Valence. Dafür gibt es andere Direktzüge oder Umsteigen. Ich habe als ehemaliger BC100-Kunde jede Menge Extrempendler kennengelernt. Aber nie solche wie in Frankreich: Bordeaux-Paris, täglich mit dem Zug. Das funktioniert offenbar (wobei ich die fast 7h im Zug dann auch nicht mitmachen würde). Der Inner-französische Flugverkehr ist angesichts solcher Zeiten keine Konkurrenz und entsprechend nicht existent.

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